Pelvic floor rehabilitation and physiotherapy

Behandlungen während der Corona-Pandemie

Gemäss BAG dürfen Physiotherapiepraxen sämtliche – auch nicht dringliche – Therapien durchführen. Bitte lesen Sie, welche Regeln dazu gelten:

Es gelten die allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG:
  • Abstand halten (mindestens 2 Meter), ausgenommen während der Behandlung
  • Gründlich Hände waschen
  • Händeschütteln ist verboten
  • Ins Taschentuch oder in die Armbeuge husten oder niesen
  • Bei Auftreten der spezifischen Symptome (Husten, Fieber, Geruchs- und Geschmacksverlust) zuhause bleiben und den Arzt aufsuchen
Es gelten zudem folgende zusätzlichen Massnahmen:
  • Die Therapeutin trägt bei der Behandlung einen Mundschutz
  • Patient*innen tragen ebenfalls eine Maske. Die Maske muss von den Patient*innen selbst organisiert werden
  • Begleitpersonen warten ausserhalb der Praxis
  • Kommen Sie bitte erst kurz vor Behandlungsbeginn
  • Bringen Sie bitte Ihr eigenes, sauberes Tuch mit

 

Die Rolle der Beckenbodenmuskulatur

Ein normal funktionierender Beckenboden unterstützt die Beckenorgane, ist in der Lage anzuspannen, um die Kontinenz zu gewährleisten, zu entspannen beim Wasserlösen und beim Stuhlgang, reflektorisch anzuspannen bei Bauchdruck erhöhenden Aktivitäten (Husten, Niesen, Heben), und spannt beziehungsweise entspannt während sexueller Aktivität.
(Definition Beckenbodenfunktion laut der Internationalen Gesellschaft für Kontinenz ICS, Pelvic Floor Assessment Group 2005)

Dysfunktionen können u.a. entstehen wenn:
  • die Muskulatur unteraktiv ist
  • die Muskulatur überaktiv ist
  • die muskuläre Koordination fehlt
Mögliche Indikationen zur Beckenbodenrehabilitation bei Frauen und Männern:
  • Verlust von Urin, Stuhl und/oder Wind
  • Senkungen der Blase, Gebärmutter und/oder Darm
  • Reizblase
  • Darmentleerungsstörungen
  • Chronisches Schmerzsyndrom des Beckens und Unterbauches (CPPS) sowie des Rückens
  • Beckenboden- und Rückenbeschwerden bei Schwangeren
  • Narbenbehandlungen nach Kaiserschnitt, Dammriss, chirurgischen Eingriffen
  • Dammriss
  • Vor und nach chirurgischen Eingriffen im Beckenbereich, Prostataoperationen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie), Vaginismus
  • Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) und frühzeitiger Samenerguss
Mögliche Massnahmen:
  • Information über Anatomie, Lage des Beckenbodens und beteiligte Strukturen
  • Manuelles Prüfen der Muskelfunktion
  • Wahrnehmungsschulung; Spannung und Entspannung
  • Verhaltenstraining; Defäkationshaltung, Blasentraining
  • Haltungskorrektur
  • Manuelle Mobilisationstechniken
  • Beckenbodentraining mit Biofeedback und/oder Elektrostimulation
  • Triggerpunktbehandlung, Faszientechniken
  • Muskeldehnungen
  • Elektrostimulation zur Blasenberuhigung, zur Schmerzbehandlung oder bei sehr schwacher Muskulatur
  • TENS
  • Ballontraining bei Obstipation oder Stuhlverlust
  • Biofeedback
  • Dynamisch rehabilitativer Ultraschall
  • Funktionelles Training
  • Stabilisation des Rückens
  • Erarbeiten eines Heimprogramms

 

Das Beckenbodentraining dient dazu, die Muskulatur des Beckenbodens bewusst wahrzunehmen und zu kräftigen. Ein kräftiger und gesunder Beckenboden bietet allen inneren Organen Halt. Ebenso wichtig für die Funktion der Unterbauchorgane ist auch die Fähigkeit zur Entspannung des Beckenbodens.

Für viele Menschen ist ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur nicht ganz einfach, weil es sich um körperinnere, verborgene Muskeln handelt. Das Beckenbodentraining ist immer als langfristiges Training anzusehen.

 

Team Beckenbodenrehabilitation, Physiotherapie

Anna Robijns